Myhten und Wahrheit rund um die Currywurst
Ist die original Berliner Currywurst mit oder ohne Darm?
Die Frage ist ganz pragmatisch zu beantworten. Nach dem 2. Weltkrieg waren Därme ein extrem knappes und teures Gut und die Menschen mussten schnell und preiswert ernährt werden. Fleisch selbst war zu teuer, aber die Wurst konnte schnell und in vielen Varianten zubereitet werden.
Max Brückner stellte dazu Überlegungen an und fand eine Methode, das Brät direkt ins 80 Grad heiße Wasser aus einer Wurstbrätspritze zu geben und dabei in Form zu halten.
Dieses Geheimnis brachte er nach Berlin mit, wo er sich 1949 selbstständig machte. Damals noch in Spandau. Diese Methode wurde damals einfach so an die Berliner Fleischerkollegen weiter gegeben, ohne vorher ein Patent anzumelden. Schließlich half man sich damals unter Meistern aus.
Diese Wurst war also billiger und genau so schmackhaft wie die Wurst im Darm. Deshalb wählte Herta Heuwer diese darmlose Bratwurst als Grundlage für die Currywurst, denn nach dem Krieg war das Geld knapp.
Heute kann man als Konsument wählen und die Wurst im Darm ist genau so eine Currywurst wie das original ohne Darm.
Kann man die originale Currywurst noch irgendwo bekommen?
Dazu muss man zuerst wissen, dass die Currywurst, wie wir sie heute kennen, immer die Kombination aus Wurst und Sauce war und ist. Dieselbe Wurst mit Senf oder Zigeunersauce ist keine Currywurst, sondern einfach eine Bratwurst ohne Darm.
Die originale Sauce von Herta Heuwer basiert auf ihrer Grundidee, das „Steak des kleinen Mannes" zu kreieren und sich von den anderen Wurstständen abzuheben.
Ihre Versuche, das „Heintz-Ketchup" nachzuahmen, war zunächst von wenig Erfolg gekrönt. Erst als der damalige Juniorpartner von Max Brückner, Frank Friedrich, seine Gewürzzunge „lieh" und die Sauce mit ihr gemeinsam abstimmte, startete der große Erfolg der Currywurst bei Herta Heuwer, die sich dann 1958 die Sauce zum Patent anmelden ließ. Trotz Anfrage von großen und namhaften Herstellern ließ sie die Sauce nie fremd produzieren.
Diese Sauce wurde von Frank Friedrich zu der Zeit der Enthüllung der Gedenktafel Herta Heuwers wieder gemischt und wird seit dieser Zeit unter dem Namen Chil-Max an die Maximilian-Imbisstände vertrieben.
Wenn Sie also „det orijinal" kosten wollen, fragen Sie bitte an einem Maximilian-Imbisstand Ihrer Wahl nach der originalen Currywurst, denn einige der Stände benutzen auch eigene Currysaucenkreationen, die natürlich ebenfalls sehr gut zu der Wurst passen.
Hat Herta Heuwer die Currywurst erfunden?
Da bestehen heute keine Zweifel mehr, dass dem so war. Die Verbindung darmlose „Spandauer ohne Pelle" und ihr Gedanke diese mit einer eigenen Würzsauce, einem Ketchup zu verbinden ist eindeutig ihre Idee.
Für den geschmacklichen Erfolg hingegen ist in Abstimmung mit Herta Heuwer Frank Friedrich, der heutige Senior und damalige Juniorpartner des Firmengründers Max Brückner verantwortlich, der die finale geschmackliche Abstimmung der Wurst und der Sauce verantwortete.
Was hat Herta Heuwer mit „Maximilian“ zu tun?
Herta Heuwer hat nichts mit Maximilian zu tun. Sie betrieb ihren Imbiss zeitlebens unter eigener Marke, wie dies auch Krasselt, eine andere Currywurstikone mit ihrem Inhaber Harald Köhring machte und macht.
Die Verbindung zu beiden Imbissbetrieben bestand und besteht darin, dass Maximilian als Fleischereibetrieb exklusiv für manche seiner Kunden Würste in individueller Würzung entwickelt und exklusiv herstellt. Eine Krasselt-Wurst ist also nur bei Krasselt erhältlich und sonst nirgendwo. Herta Heuwer war genauso wie Harald Köhring Kunde und guter Freund des Hauses und der Inhaber.
Da es keinen Nachfolgebetrieb von Herta Heuwer gibt und das Rezept für die Wurst immer bei Maximilian verblieben ist, gibt es heute die Möglichkeit die „originale Currywurst" an Maximilian-Imbisständen zu probieren.
Warum heißt Maximilian eigentlich Maximilian?
Das scheint zunächst sehr unlogisch, da der Firmengründer Max Brückner hieß. In der Nachkriegszeit gab es so viele „Wurst-Maxen", dass er sich deshalb entschied, seinen Vornamen zu verfeinern. Somit wurde aus Max Maximilian und daraus das Markenzeichen.
Und so steht der Name Maximilian noch heute für Qualität. Probieren Sie's einfach!
